Verwaltung schließt ihre Dienststellen

Wilhelmshaven. Eigentlich wollte die Stadt Wilhelmshaven so lange es geht die regulären Öffnungszeiten und damit die persönliche Erreichbarkeit und den Service für ihre Bürgerschaft aufrechterhalten. Noch am Samstag hatte die Stadt an die Bürger appelliert, nur in wirklich dringenden Anliegen die Verwaltung persönlich aufzusuchen, um damit die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Dieser Appell hat leider nicht gefruchtet.

514 Personen suchten beispielsweise am Montag, 16. März, das Bürgeramt auf. Es hielten sich permanent 80 bis 100 Personen in der Wartezone auf, darunter viele Eltern mit ihren Kindern. Die durchschnittliche Wartezeit lag bei 40 Minuten, der Spitzenwert über 70 Minuten. Aber auch in den anderen Verwaltungsbereichen waren deutlich höhere Besucherströme zu vermelden als sonst üblich. In den seltensten Fällen handelte es sich um dringende Anliegen.

Deswegen zieht Oberbürgermeister Carsten Feist jetzt die Reißleine und gibt bekannt, dass alle städtische Dienststellen ab Dienstag, 17. März, für den Publikumsverkehr geschlossen sind: „Mit dieser drastischen Maßnahme muss jetzt der Infektionsschutz durchgesetzt werden. Dieses Ziel hat allerhöchste Priorität, um gesundheitlich besonders gefährdete Menschen unserer Stadt zu schützen und die Sicherung unseres Gesundheitssystems zu gewährleisten.“ Die besonderen Maßnahmen, die Land und Bund in den vergangenen Tagen ergriffen haben, sollten genau aus diesem Grund Kontakte reduzieren.

Carsten Feist
Oberbürgermeister Carsten Feist | Foto: Ulf Berner

Zitat „Gleichzeitig stelle ich mich entschieden vor meine Mitarbeitenden. Wenn die Besucher so unvernünftig sind und den vorzeitigen Ferienbeginn offenbar für lange geplante und nicht dringende Behördengänge nutzen, dann muss ich meine Mitarbeitenden schützen. Die Besucherströme waren am Montag fast nicht zu bewältigen. Ganz abgesehen davon, dass das hohe Besucheraufkommen genau das Gegenteil einer gebotenen Konktaktreduzierung erreicht hat. Dies ist besonders unverständlich, weil wir die Ausbreitung der Infektion mit nur drei betroffenen Personen in Wilhelmshaven bisher gut eindämmen konnten.“

Ab Dienstag werden Bürgeranliegen nur noch telefonisch, per E-Mail oder Post sowie nach vorheriger Terminvereinbarung bearbeitet. Diese Regelung gilt zunächst bis zum Ende der Osterferien.


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