Für Wohlstand für alle, statt gegen Altersarmut

Mahnwache setzt Zeichen für soziale Gerechtigkeit und gegen die Vereinnahmung des Themas Armut durch Rechte Gruppierungen.

Mit fast 60 Teilnehmern demonstrierten am Freitag verschiedene Parteien, Organisationen und der DGB unter dem Motto “Wohlstand für Alle” auf dem Valoisplatz für soziale Gerechtigkeit und gegen die Vereinnahmung des Themas durch die von Identitären und Rechten Gruppierungen gesteuerten Bewegung “Fridays gegen Altersarmut”.

Mahnwache "Wohlstand für alle"
Mahnwache “Wohlstand für alle” | Foto: Ulf Berner

Aufgerufen hatte der Ratsherr Andreas Tönjes (DIE PARTEI) zu der Mahnwache. Ort und Zeit waren gewählt worden, weil gleichzeitig  eine Kundgebung von “Fridays gegen Altersarmut” (FgA) auf dem Valoisplatz angekündigt war.

Teilnehmende der Mahnwache suchten das Gespräch mit den acht Beteiligten der FgA-Kundgebung. Dies blieb aber Erfolglos. Es gab keine Gesprächsbereitschaft seitens der “Fridays gegen Altersarmut” Bewegung.

Mit der Mahnwache “Wohlstand für alle” ging es Andreas Tönjes um die Aussage: “Armut ist keine Frage des Alters oder der Herkunft” und um die Frage: “Wie kann der Wohlstand in unserer Gesellschaft gerecht und nachhaltig verteilt werden?”.

Die Veranstaltung ging gegen 19.00 Uhr friedlich und ohne Zwischenfälle zuende.

Die Rede von Andreas Tönjes im Wortlaut:

Andreas Tönjes
Andreas Tönjes – Ratsherr in Wilhelmshaven (DIE PARTEI) | Foto: Ulf Berner

Liebe teilnehmende Personen!

Im Folgenden möchten wir Sie über unsere Bedenken bezüglich der Initiative „Fridays gegen Altersarmut“ informieren!

Einige Personen von uns haben versucht, sich in dieser Gruppe zu engagieren und sich einzubringen, da es sich um ein wichtiges soziales Thema handelt. Leider wurde uns das verwehrt. Eine offene und transparente Mitarbeit war nicht gewollt. Es folgte ohne weitere Stellungnahme der Ausschluß aus der Gruppe. Offensichtlich verfolgt diese Gruppe eigene Ziele, die wir nicht hinterfragen durften und können.

Grundsätzlich gilt auch für uns, daß das Anliegen be-rechtigt ist und dass eine weitere Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten verhindert werden muß, um den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft zu sichern.
Wichtig war vielen von uns aber auch die Möglichkeit, Einfluß auf mögliche politische Lösungen haben zu können. Das sollte in einem demokratischen Prozeß möglich und transparent sein. Dies wollten die Initiatoren der Gruppe „Fridays gegen Altersarmut“ aber nicht. In dieser Gruppe wird versucht, Generationen und Gruppen der Gesellschaft gegeneinander auszuspielen. Es ist kein Zufall, daß nach dem engagierten Einsatz der Jugend für den Klimaschutz „Fridays for Future“, nun mit dem Problem der Altersarmut die ältere Generation dagegen herhalten soll. Es kann für die Probleme nur eine gemeinsame politische Lösung geben.
Für uns stellt sich die Frage, wieso sich viele nun aber für die Gruppe „Fridays gegen Altersarmut“ engagieren?
Viele kleinere Parteien, Gewerkschaften, Vereine, Initiativen und Verbände sind seit Jahren und Jahrzehnten an diesem Thema dran und haben entsprechende Vorschläge erarbeitet. Oft fehlen hier ehrenamtliche Mitglieder und engagierte Bürger:innen. Einige Forderungen der „Fridays gegen Altersarmut“ sind sogar von dort übernommen worden.
Wenn Sie sich einbringen und etwas bewirken wollen, so kann dies nur im demokratischen und transparenten Rahmen passieren. Eine Mitarbeit muß möglich sein, ohne daß man gleich ausgeschlossen wird.

Wer sich aber für diese FgA-Gruppe einsetzt, läuft Gefahr, sich einem undemokratischen Diktat zu unterwerfen. Schon jetzt sind viele Merkmale in der Gruppenleitung zu finden, die eine echte inhaltliche Mitarbeit nicht ermöglichen soll. Wer sich hier einbringt, muß mit dem Missbrauch seines Namens und seiner Daten rechnen.

Engagieren Sie sich! Aber hinterfragen Sie die Absichten! Achten sie auf Transparenz und die Einhaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung! Hinterfragen Sie populistische Antworten und klären Sie die Fakten ab.


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