BUND und GRÜNE gegen LNG Terminal

Widerstand gegen LNG Terminals wächst

Nachdem Bundeswirtschaftsminister PeterAltmeier und Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies sich deutlich für den Bau von LNG-Terminals in Wilhelmshaven und / oder Stade einsetzen, sprechen sich BUND und Bündnis 90 / DIE GRÜNEN deutlich dagegen aus.

Energiedrehscheibe für veraltete Technologien? Kohlekraftwerk mit Pier in Wilhelmshaven | Foto: Ulf Berner
Energiedrehscheibe für veraltete Technologien? Kohlekraftwerk mit Pier in Wilhelmshaven | Foto: Ulf Berner

Hintergrund ist ein Abkommen der Bundesrepublik Deutschland mit den USA, amerikanisches Erdgas zu beziehen. Das Erdgas der USA wird dabei hauptsächlich durch die umstrittene Methode Fracking gewonnen. Dabei wird das Gas mittels mit Chemikalien versetztem Wasser aus den tiefen Erdschichten gepresst.

BUND-Landesgeschäftsführerin Susanne Gerstner sagt dazu:

Susanne Gerstner, Landesgeschäftsführerin BUND Niedersachsen
Susanne Gerstner, Landesgeschäftsführerin BUND Niedersachsen

Zitat“Gasförmige Energieträger wie LNG können vor allem im Verkehrssektor als Übergangstreibstoff dienen, um Umweltbelastungen durch Diesel und Schweröl zu verringern. Dennoch lehnt der BUND den Import von Flüssigerdgas über norddeutsche Häfen ab, da er die Energiewende in Niedersachsen weiter hinauszögert. Ein Import von gefracktem Gas aus den USA ist dabei völlig inakzeptabel: Was in Deutschland zu Recht verboten ist, darf auch nicht anderswo hergestellt und importiert werden.”

Weiter sagt Gerstner: “Der Wechsel von einem fossilen Energieträger zu einem anderen ist nicht zukunftsweisend. Durch den Bau von LNG-Terminals wird eine Infrastruktur aufgebaut, die über Jahrzehnte bestehen bleiben wird. Selbst dann, wenn das Land seine Energieversorgung längst auf erneuerbare Energieträger umgestellt haben muss. Die Landesregierung sollte nicht den Ausbau weiterer fossiler Energieträger unterstützen, sondern nachhaltige Lösungen im Energiesektor fördern: den Ausbau von erneuerbaren Energien und die Steigerung von Energieeffizienz.”

Auch Niedersachsens Grünen-Chef Hanso Janßen stellt sich klar gegen die Anlandung von LNG in Niedersachsen

Hanso Janßen, Landesvorsitzender Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Niedersachsen
Hanso Janßen, Landesvorsitzender Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Niedersachsen

Zitat„Während sich die Landesregierung auf der einen Seite verpflichtet hat, bis spätestens zum Jahr 2050 nahezu vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen, will sie jetzt auf der anderen Seite LNG-Terminals genau in dem Zeitraum nutzen, in dem wegen des fortschreitenden Klimawandels eine radikale Abkehr von den fossilen Brennstoffen nötig ist. Die Unterstützung von Minister Bernd Althusmann für ein vermeintliches Prestigeobjekt macht einmal mehr deutlich: Klimaschutz ist für die Landesregierung nur in Sonntagsreden wichtig, im Alltagshandeln hat Klimaschutz keinen Stellenwert.“

Wilhemshavens Grüner Kreisvorstandssprecher Ulf Berner lehnt die Flüssiggas-Technologie nicht kategorisch ab, setzt aber auf “Power2Gas”, auch Windgas genannt, was mittels Windenergie produziert werden kann.

Ulf Berner, Kreisvorstandssprecher Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Wilhelmshaven
Ulf Berner, Kreisvorstandssprecher Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Wilhelmshaven

Zitat„Die GRÜNEN in Wilhelmshaven sind sich einig, dass der Einstieg in die fossile LNG-Technologie in eine Sackgasse führt und unter dem Deckmantel der Versorgungssicherheit unsere Zukunft verspielt wird. Die Windgas-Technologie dagegen, kann sich marktgerecht entwickeln. Dazu zu braucht es den staatlichen Willen und ein wenig Zeit zum Aufbau der Infrastruktur.“

 

 

Hintergrund

LNG, die Abkürzung für englisch: ‚liquefied natural gas‘, ist durch Verdichtung und Kühlung verflüssigtes Erdgas, das mit Schiffen aus Amerika oder Afrika und Asien nach Deutschland gebracht wird. Die jetzt geplanten Terminals sollen vor allem US-amerikanisches Gas aufnehmen. Das wird vielfach durch Fracking gewonnen, bei dem erhebliche Klima- und Umweltschäden entstehen.


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