Wer böllern kann, kann auch aufräumen

BUND ruft zu vernünftigem Umgang mit Feuerwerk auf – Einladung zur Aktion „Work after Party“

Silvester oben ohne
Grafik: Stadt-Media

Jedes Jahr entbrennt vor Silvester die Diskussion, ob Böller und Raketen noch zeitgemäß sind. Denn seit langem sind Auswirkungen bekannt, die den Spaßfaktor infrage stellen: Panikreaktionen bei Tieren und empfindlichen Menschen; eine enorme Feinstaubbelastung; Vermüllung der Natur durch umherfliegende bzw. liegengelassene Feuerwerksreste; Tote und Schwerverletzte durch Feuerwerkskörper, Jahr für Jahr.

Trotz alledem lassen es immer noch etwa 25% der Deutschen zum Jahreswechsel richtig krachen. „Viele sagen, Böllern gehöre für sie an Silvester einfach dazu“, weiß Georg Berner-Waindok, Vorstandsmitglied der BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven. „Wir sagen: Zum Böllern gehört dann aber auch das Aufräumen dazu.“ Leider lassen aber viele Böllerfreunde die Reste einfach liegen, ganze Straßenzüge und auch die Stadtnatur bleiben vermüllt zurück.

Am Neujahrstag 2018 startete die Kreisgruppe zusammen mit den JadeWalen erstmals die Aktion „Work after Party“: Bei einem konstruktiven Neujahrsspaziergang wurden die Hinterlassenschaften der Böllerfreunde von den ehrenamtlichen Naturschützern eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt. Im Fokus standen Grünbereiche und Gewässerufer, die von den Kehrmaschinen der Stadtreinigung nicht erreicht werden. „Rings um den Großen Hafen und den Banter See, längs der Jadeallee und am Südstrand fanden wir unter anderem Hunderte der Schutzhülsen von Raketen-Zündschnüren“, berichtet die BUND-Vorsitzende Imke Zwoch.

Imke Zwoch
BUND Kreisgruppen-Vorsitzende Imke Zwoch

Zitat„Ist es cooler, die Hülsen nach dem Abziehen in die Landschaft zu werfen, statt sie in die Jackentasche zu stecken?“

 

 

Zu den Fundstücken gehörten aber auch die Reste der zunehmend beliebten Feuerwerksbatterien, also voluminöse Papp-Blöcke voller Chemikalien nebst Umverpackungen aus Plastikfolie, sowie Sektflaschen und dazugehörige Plastikbecher.

Auch für den kommenden Neujahrstag lädt der BUND zu „Work after Party“ ein. Nicht nur im Stadtsüden direkt am Weltnaturerbe Wattenmeer, sondern überall im Stadtgebiet können Neujahrsspaziergänger mithelfen, die Natur von Feuerwerksresten zu befreien.

Rainer Büscher
Vorstandsmitglied Rainer Büscher

Zitat„Natürlich ist es nicht gerecht, wenn umweltbewusste Menschen den Dreck wegräumen, den andere hinterlassen, aber jedes Stück, dass wir wegräumen, kann keinen Schaden mehr anrichten.“

 

Plastikteile werden nicht selten von Vögeln verschluckt, Behälter können zur tödlichen Falle werden. In Böden und Gewässern bleibt Plastik nach einem langen Zerfall als Mikroplastik erhalten und schadet Tieren und Pflanzen.

Gleichzeitig soll die Sammelaktion für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Feuerwerk sensibilisieren“, so Georg Berner-Waindok.

Georg Berner-Waindok
Vorstandsmitglied Georg Berner-Waindok

Zitat„Wer sich kritisch zu Feuerwerken äußert, muss damit leben, als Spaßbremse tituliert zu werden. Dann darf man umgekehrt aber auch zeigen, wo der Spaß aufhört, zum Beispiel, indem über das Müllproblem berichtet und diskutiert wird, ob im Bekanntenkreis, in der Schule oder in den Sozialen Medien.“

Aber auch die Störung der Tierwelt durch die weitreichenden Lärm- und Lichteffekte von Feuerwerken bereitet den Naturschützern Sorge. „Die Scheuchwirkung auf Vögel bis hin zu panischen Fluchtreaktionen ist durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegt“, so Imke Zwoch. Aktuell seien vor allem Zugvögel betroffen, die als Wintergäste im Wattenmeer mit Fett- und Kraftreserven haushalten müssen. „Unser Tipp: Auf Feuerwerk verzichten und das eingesparte Geld für einen guten Zweck spenden – das sind zwei gute Taten auf einen Streich.“

Für Fragen und Anregungen: kontakt(at)bund-wilhelmshaven.de. Hier können auch Fotos und Berichte von eigenen Müllsammelaktionen eingesandt werden.


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