Wilhelmshaven bekommt sein Marinemusikkorps zurück

Vor vier Jahren wurde das Marinemusikkorps in Wilhelmshaven nach 150 Jahren aufgelöst. Nun soll es einen Neuanfang geben.

Marinemusikkorps neu aufgestellt
Marinemusikkorps Nordsee wird neu aufgestellt | Foto: Marine

2014 fiel das ‚Marinemusikkorps Nordsee‘ dem Sparzwang und einer Neuausrichtungsstrategie zum Opfer. Seither wurden die Soldat*innen allenfalls noch mit Musik ‚vom Band‘ verabschiedet und begrüßt.

Für viele Wilhelmshavener*innen aber auch Marineangehörige und Politiker*innen war dies ein unhaltbarer Zustand – zumal sich Wilhelmshaven mittlerweile zum größten Bundeswehrstandort der Republik aufschwingt.

Nun informierte die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (SPD) die Medien, dass die Entscheidung für ein zweites Marinemusikkorps mit Standort Wilhelmshaven gefallen sei. Zunächst seien 35 Dienstposten für den Musikkorps eingerichtet, langfristig ist ein Aufwuchs auf 50 Dienstposten geplant.

Siemtje Möller
MdB Siemtje Möller (SPD) | Foto: Ulf Berner

MdB Siemtje Möller (SPD) dazu auf Facebook: „Endlich wieder ein Marinemusikkorps Nordsee! Heute wurde beschlossen, dass es am Standort Wilhelmshaven wieder ein eigenes Musikkorps geben wird. Ein Musikkorps behebt zwar nicht alle immer noch vorhandenen Mängel aber es ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung gegenüber unseren Soldatinnen und Soldaten und ihren Familien. Und die haben Anerkennung und Wertschätzung verdient! Und zu Wilhelmshaven gehört die Marinemusik einfach dazu!

Michael von Teichmann
Dr. Michael von Teichmann (FDP) | Foto: Ulf Berner

In einer Pressemitteilung kontert der Wilhelmshavener Ratsherr Dr. Michael von Teichman (FDP):Die Abgeordnete hat offenbar die verheerenden Verhältnisse in der Bundeswehr noch nicht realisiert. Seit Monaten jagt eine Ausfallmeldung die nächste: Hubschrauber fliegen nicht, Panzer stehen unbrauchbar in den Depots, Flugzeugen fehlen die Ersatzteile, Schiffe werden nicht rechtzeitig repariert und angeblich bessere Gewehre stehen nicht zur Verfügung“.

Das Presse- und Informationszentrum der Marine in Rostock sieht seine Arbeit durch das zweite Musikkorps gestärkt: „Ein zweites Marinemusikkorps sorgt für eine große Entlastung für das bestehende Marinemusikkorps in Kiel. Es ist eine weitere wesentliche Ressource, um die Belange der Marine im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit noch stärker in die Gesellschaft zu transportieren.

Katja Keul + Michael von den Berg
Katja Keul mit Michael von den Berg auf dem GRÜNEN Landesparteitag 2017. | Foto: Ulf Berner

MdB Katja Keul (GRÜNE) kritisiert die Haushalts und Beschaffungspolitik der Bundeswehr, freut sich allerdings, dass im Haushalt ‚Musik drin ist‘: „Die Erhöhung des Verteidigungshaushaltes auf über 40 Milliarden Euro lehne ich ab, weil die massiven Defizite im Beschaffungswesen nicht beseitigt sind und mir bei der Ausweitung der Auslandseinsätze jede Strategie fehlt. Positiv ist allerdings die Nachricht, dass im Verteidigungshaushalt Musik drin ist: Dem neuen Marinemusikkorps wünsche ich alles Gute! Hier können wir hoffentlich davon ausgehen, dass die zu beschaffenden Instrumente das hergeben, was wir hören wollen.

Oberbürgermeisterkandidat Michael von den Berg (GRÜNE) sagt dazu auf Facebook: „Es gibt sicher viele wichtige Entscheidungen zu treffen, aber diese ist mal eine ganz besonders schöne und wichtige Entscheidung für viele Soldat*innen und Bürger*innen in Stadt, Land und Bund.


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