Ab 2018 Änderungen beim Bereitschaftsdienst

Klinikum-WHV Schild

Kinderärztliche Notfallbereitschaft endet 2017

Klinikum WHV Panorama
Foto: Ulf Berner

Wie die Stadt Wilhelmshaven und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mitteilen, werden Eltern erkrankter Kinder ab 2018 die allgemeine Notdienstpraxis am Klinikum Wilhelmshaven nutzen müssen. Damit tritt eine Regelung der KVN in Kraft, die in vielen Regionen der Umgebung schon lange praktiziert werde, so die Stadt Wilhelmshaven.

Oberbürgermeister Andreas Wagner befürchtet jedoch, dass durch den Wegfall des kinderärztlichen Notdienstes am Ende die Belastung der Kinderklinik deutlich steigen wird: „Bislang konnten die Patientenzahlen an Wochenenden und Feiertagen von zwei Notärzten aufgefangen werden: einem Allgemeinmediziner und einem Kinderarzt. Bei der nun zu erwartenden steigenden Patientenzahl für den einen diensthabenden Mediziner in der Notdienstpraxis werden die Wartezeiten steigen und die Räumlichkeiten mitunter nicht mehr ausreichen. Deswegen befürchte ich, dass die Kinderklinik als Ventil herhalten muss, weil Eltern unsicher sind oder lange Wartezeiten scheuen. Die Kinderklinik ist für Notfälle und die stationäre Versorgung von kranken Kindern ausgelegt, nicht jedoch auf die ambulante Versorgung. Das Team wird somit unweigerlich an seine Grenzen stoßen, wenn sich Eltern mit ihren Kindern einfach an die Kinderklinik wenden.

Stadt und KVN sind sich einig, dass die Situation intensiv beobachtet werden muss. Sollte es tatsächlich zu einer Überlastung der Bereitschaftsdienstpraxis am Klinikum kommen, so will die Kassenärztliche Vereinigung reagieren und dann einen zusätzlichen Arzt für den Dienst einteilen.

Die Kinderärzte in Wilhelmshaven werden zukünftig am allgemeinen Bereitschaftsdienst teilnehmen. Sie weisen nach ihren Erfahrungen auch darauf hin, dass insbesondere in den Wintermonaten Kinder vorgestellt wurden, die nicht unbedingt am Wochenende eine ärztliche Konsultation erfordern. Husten, Bindehautentzündungen, Insektenbisse etc. sind zwar nachvollziehbare Gründe für elterliche Sorge, aber in der Regel kein Grund, einen Bereitschaftsdienst oder gar die Kinderklinik aufsuchen zu müssen. Auch bei Fieber im Rahmen von Erkältungskrankheiten kann in der Regel 72 Stunden abgewartet werden, Ohrenschmerzen bei Kindern ab dem zweiten Lebensjahr können meist besser mit Schmerzmitteln zu Haus als mit Antibiotika behandelt werden.

In Notfällen erreichen Sie den Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117.


___________________________________________________________

Sie könnten als erste*r diesen Beitrag teilen...

This Post Has Been Viewed 97 Times

Schreibe einen Kommentar

+ 14 = 20