Verwaltung zieht Beschlussvorlage zum ‚Nahversorgungszentrum‘ zurück

Nahversorgungszentrum in der Südstadt: Verwaltung zieht Vorlage wegen veränderter Rahmenbedingungen zurück

Marktstrasse
Foto: Ulf Berner

Wie die Pressestelle der Stadt Wilhelmshaven mitteilt, hat die Stadtverwaltung hat ihre Vorlage für die Bebauung des ehemaligen Schlachthofes mit einem Nahversorgungszentrum und gegen ein geplantes Nahversorgungszentrum in der Marktstraße West in der Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen am Dienstag, 7. Februar, zurückgezogen. Damit wird sich auch der Rat der Stadt Wilhelmshaven in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch, 15. Februar, nicht mit diesem Thema beschäftigen.

Als Grund für die Rücknahme führte Stadtbaurat Oliver Leinert an, dass die im Dezember verfasste Vorlage nicht mehr den aktuellen Stand der Entwicklungen wiederspiegle. Während in der vergangenen Woche veränderte Pläne für die Marktstraße West öffentlich vorgestellt worden sind und anschließend bei der Verwaltung ein formloser Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens eingegangen war, liegt seit Montag, 6. Februar, ein Bauantrag für das Schlachthof-Gelände vor. Beide Anträge werden von den zuständigen Fachbereichen nun geprüft und entsprechend bearbeitet.

Gegen die Pläne haben sich auch sowohl die Ratsgruppe ‚grün-unabhängig-sozial‘ (GUS) als auch der Cityverein Wilhelmshaven (CiV) gestellt.

Michael von den Berg Sprecher der Ratsgruppe GUS hält die Situation des Einzelhandels angesichts zahlreicher Leerstände in der Stadt nicht für stabil genug, als das ein Einkaufszentrum die Entwicklung der Marktstraße fördern könnte. Die Vorsitzende des CiV Daniela Leffers fürchtet schwere negative Auswirkungen auf die bestehende Einzelhandelstruktur in der Innenstadt. „Wir können nur an die Politik appellieren, Überlegungen zu Planvorhaben in dieser Größe durch eine Auswirkungsanalyse von Fachleuten zu untermauern“, sagt Leffers gegenüber der Wilhelmshavener Zeitung.

2 Gedanken zu „Verwaltung zieht Beschlussvorlage zum ‚Nahversorgungszentrum‘ zurück

  1. Kurze Frage mal: Auf welche bestehende Einzelhandelsstruktur in der Innenstadt hat die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes schwere negative Auswirkungen?

    • Der bestehende Einzelhandel, besonders im Sektor Lebensmittel, sowohl in der Innenstadt, als auch in Südstadt / Bant befürchtet wohl Umsatzeinbußen, wenn ein großer Vollsortimenter in der Marktstraße-West oder am alten Schlachthof eröffnet. Das wohl auch nicht zu unrecht. Die Menschen können ihr vorhandenes Geld halt nur einmal ausgeben. Das also ein neuer Verbrauchermarkt in der geplanten Größe die Stadt ‚beleben‘ würde, darf zumindest hinterfragt werden.

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