Peter Behrens ist tot

Die Trommel schweigt

Die Trommel schweigt.

Am Mittwoch verstarb der Wilhelmshavener Musiker Peter Behrens im Alter von 68 Jahren im Krankenhaus.

Bereits vergangenen Freitag war Behrens wegen Nierenversagens in das Klinikum Wilhelmshaven eingeliefert worden, wo er vergangenen Mittwoch verstarb.

Peter Behrens by Michael Schilling
Von Michael Schilling – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32359510

Der 1947 in Sanderbusch geborene Künstler, wuchs in Varel auf und machte in Oldenburg eine Fotografenausbildung. Später erwarb er die Hochschulreife und studierte Musik, Germanistik und Sozialwissenschaften auf Lehramt. Das Referendariat brach er später allerdings ab. Eine Zeit lang tingelte Peter Behrens in verschiedenen Bands als Schlagzeuger durch Norddeutschland, bis er Ende der 70er für ein Jahr an der Mailänder Artistenschule „Clown“ studierte.
Anfang der 80er wurde Behrens der Schlagzeuger der NDW-Kultband „TRIO“ in der er gemeinsam mit Stephan Remmler und Kralle Krawinkel († 2014) große Erfolge feierte. Sein Markenzeichen: weiße Hose, weißes T-Shirt, rote Hosenträger, rote Schuhe und ein stoischer Blick.

Nach der Trennung der Band 1986, war Behrens in Wilhelmshaven und in Bremerhaven als Streetworker tätig. Eine Zeit lang arbeitete er auch in der Wilhelmshavener AIDS-Hilfe. Da er in seinem Bandvertrag mit „TRIO“ von den Rechten an der Musik ausgeschlossen war, konnte er anders als seine Kollegen nicht von den GEMA-Tantiemen profitieren, die bei jeder Aufführung eines „TRIO-Songs“ ausgeschüttet werden.

Die Trennung von „TRIO“ hatte ihm schwer zu schaffen gemacht. Drogensucht und Alkoholabhängigkeit brachten Peter Behrens schließlich in die Arbeitslosigkeit und Verarmung.
Er hatte nur noch vereinzelt kleine Kneipenauftritte in der Umgebung Wilhelmshavens.

2013 erschien die Autobiografie „Peter Behrens: Der Clown mit der Trommel: Meine Jahre mit TRIO – aber nicht nur“ im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag. Eine ungeschönte Lebensschau eines sensiblen Menschen und eines leidenschaftlichen Musikers. Im gleichen Jahr gab Peter Behrens dem SWR eines seiner seltenen Interviews.

2014 schien es künstlerisch und auch gesundheitlich bergauf zu gehen. Behrens veröffentlichte gemeinsam mit Produzent und Sänger Eckhard „Ecki“ Schrader unter dem Projektnamen „Behrens feat. Ecki S.“ eine Single mit dem Titel „I Am the Nowhere Man„. 2015 folgte die Zusammenarbeit mit Buddy Buxbaum an dem Lied „Ballast“ und dem Video dazu. Das Video spielt in Wilhelmshaven, wo Peter Behrens ein Piano durch die Stadt schiebt. Skurill, witzig und ein Peter, wie man ihn sich wünschte.

Anfang 2016 ging es gesundheitlich stark bergab. Einem längeren Krankenhausaufenthalt im Frühjahr folgte vergangenen Freitag der Zusammenbruch wegen Nierenversagens. Wie Behrens Tochter Marlin Rose gegenüber „Bild-online“ mitteilte, starb der Künstler vergangenen Mittwoch an multiplem Organversagen.

Künstlerkollegen, Wegbegleiter und viele Wilhelmshavener zeigten sich geschockt und unendlich traurig über die Nachricht vom Tod des „Clown mit der Trommel“.
Peter Behrens war ein großer Künstler, ein sensibler Mensch mit großem Herzen, der weit mehr war, als der Trommler von „TRIO“.

Auf der Webseite von Peter Behrens hat der Verlag ein Kondulenzbuch eingerichtet.

Schreibe einen Kommentar