GRÜNE finden Verpflichtung von Dr. Trabach als unerträglich

Vetternwirtschaft mit Ansage

So bezeichnet GRÜNEN-Ratsmitglied Michael von den Berg in seiner heutigen Presseerklärung die Vorgänge um das neu zu gründende Tumorzentrum am Klinikum Wilhelmshaven und die damit verbundene Verpflichtung von Dr. Tanja Trarbach.

Reinhard-Nieter-Krankenhaus
Foto: Gerd Fahrenhorst

Besonders unerträglich ist der Sachverhalt, dass es sich bei Frau Trarbach um die Lebensgefährtin des Geschäftsführers Reinhold Keil vom Klinikum Wilhelmshaven handelt. … Schon im Vorfeld wurde bekannt, das der neue Geschäftsführer Reinhold Keil dem Aufsichtsrat des Klinikum Wilhelmshaven anbot, seine Frau auf die Bewerberliste für eine Chefärztliche Direktorin eines Tumorzentrums im Krankenhaus setzen zu lassen. Zuvor wurde auch den Wilhelmshavener Bürgern in der kommunalen Presse eröffnet, dass man ein Tumorzentrum im Klinikum Wilhelmshaven installieren möchte, so, als würde es ganz dringend benötigt. Das führte zu Unruhe in der externen Presselandschaft und dem damaligen Vorsitzenden des Aufsichtsrates Peter Debring [SPD] vom Klinikum Wilhelmshaven, der wenig später von diesem Posten zurücktrat.” heisst es in der Mitteilung.

Erst kürzlich hatte es viel Ärger um die Nachbesetzung der Position des Aufsichtsratsvorsitzenden der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft gegeben. Entgegen der Koalitionsabsprachen hatte sich Oberbürgermeister Andreas Wagner (CDU) als Gegenkandidaten zum vorgesehenen Holger Barkowsky (SPD) aufstellen lassen und mit 8:7 Stimmen in geheimer Wahl für sich entschieden. Dies führte fast zum Zerwürfnis der Koalitionspartner und hat nun auch ein juristisches Nachspiel.

Reinhold Keil
Reinhold Keil

OB-Wagner steht bedingungslos hinter RNK Geschäftsführer Keil und den Plänen für ein Tumorzentrum sowie eines “Frühgebohrenenzentrums” für dessen Wirtschaftlichkeit laut von den Berg 1.500 Fälle / Jahr notwendig, aber in Wilhelmshaven unerreichbar wären.

An der geschäftlichen Seriosität haben Bündnis 90 / DIE GRÜNEN erhebliche Zweifel, wie sie in ihrer Presseverlautbarung deutlich machen:

Als Keil in Wilhelmshaven eingestellt wurde, lief gerade eine Dienstwagenaffäre, wegen der er am Universitätsklinikum Freiburg fristlos gekündigt wurde. „Meine Interpretation ist eher“, so Michael von den Berg, „als würde sich „unser neuer Geschäftsführer“ von Skandal zu Skandal flüchten.“ Wir wollten den dreckigen Sumpf in Wilhelmshaven trocken legen, statt dessen weitet er sich rasend aus”, beklagt sich Barbara Ober-Bloibaum. Nach dem Postengeschachere um den Aufsichtsratsvorsitz (mit besserem Ende für den Oberbürgermeister), geht mit der Affäre Keil/Trabach die Posse um das Wilhelmshavener Klinikum in eine neue, unrühmliche Runde.

Auch bedeuten die Pläne für das Tumorzentrum eine weitere verpasste Chance zur engeren Zusammenarbeit mit dem Nordwest Krankenhaus Sanderbusch, welches bereits erfolgreich ein Krebszentrum betreibt. Bernt-Dieter Boelsen, Prokurist und Stellvertreter des urlaubenden Geschäftsführers des Nordwest-Krankenhauses Sanderbusch, Frank Germeroth, meinte gegenüber der NWZ : „Wir hätten in Sachen Krebsbekämpfung zum Wohle der Patienten lieber etwas Gemeinsames mit dem Wilhelmshavener Klinikum aufgebaut.

1983 erschien Henning Venskes “Dreckiger Sumpf”, welches schon damals das korruptive Verhalten Wilhelmshavener Politik und Wirtschaft bloß stellte. 1996 legte Venske mit “Wilhelms wahnsinnige Erben / Dreckiger Sumpf  Teil 2” nach und stellte fest, das sich nichts geändert hatte. Wir schreiben das Jahr 2015 und Venske könnte problemlos ein drittes Buch füllen. Doch was nützt es, wenn die Bürger  der Stadt ihre Macht nicht nutzen , um dem Treiben Einhalt zu gebieten und Staatsanwaltschaften offenbar keinen Handlungsbedarf sehen.

Wie weit sich die politische Opposition in Zukunft einbringen kann, entscheiden die Bürger wieder neu am 11.09.2016 bei der Kommunalwahl. Jedoch schon jetzt könnte jeder seine Meinung dazu auch im Rat kund tun. Auf jeder öffentlichen Ratssitzung ist ein Programmpunkt “Bürgersprechstunde”

Alle Termine der Ratssitzungen, Sitzungsprotokolle und viele weitere Informationen kann jeder Bürger im Ratsinformationssystem einsehen.

 

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